EIN GUTER MANN - JACQUES BERNDORF
KLAPPENTEXT
Herr Müller ist ein Mensch, der perfekt in der Masse untergehen kann. Genau das ist seine hohe Kunst - denn er ist Topagent des BND. Als sein syrischer Kontaktmann mitten in Berlin untertaucht, ahnt Müller, dass ein schrecklicher Anschlag bevorsteht. Verzweifelt folgt er Achmeds Spur.
REZENSION
Eins vorweg: „Siggi Baumeister lebt“, so die Aussage von Jacques Berndorf, der einen neuen Eifel Krimi – Hauptthematik ist die katholische Kirche in ihrer klerikalen Struktur – für kommendes Jahr angekündigt hat. Doch zum Aktuellen. „Ein guter Mann“ ist Jacques Berndorf sicherlich, wer dieses Prädikat hingegen in seinem so betitelten Roman verdient, das lässt sich letztlich individuell hin und her schieben. Ein wenig sind einige der Protagonisten in bestimmten Situationen überwiegend der gute Mann und später wieder das Gegenteil. Natürlich fehlen nicht die „nur Bösen“ in dem Thriller aus dem Agentenmilieu. Karl Müller, bester Mann des BND, schliddert in eine Verschwörung, die ihn nicht nur beruflich, sondern auch privat aufs Äußerste strapaziert. Die brisante Story entwickelt sich im Stil knapp und knallhart vorantreibender amerikanischer Editionen dieses Genres. Müller ist nicht James Bond, oder etwa doch“ „Jaja, James Bond oder so“, erwidert zumindest Freund Achmed in Damaskus als Müller ihm gesteht, dass er gar kein Eisenwarenhändler, sondern Spion ist. Berndorf packt im Verlauf der Handlung voll in die Actionkiste: Agentenmilieu, Russenmafia, Al Kaida, prügelnde CIA-Beamte, hinzu kommen Emotionspakete wie Ehekrise, Tod des Vaters und schließlich das Opus Dei (Dan Brown lässt grüßen). Etwas viel an Bausteinen, die die Handlung aufbauen sollen; irgendwie fühlt man sich manchmal an das berüchtigte „Malen nach Zahlen“ erinnert. Dennoch, das Buch vermag Fans des Agententhrillers zu packen, in dem auch Gewalt reichlich Platz findet. Das viel versprechende Thema kommt in einer Sprache daher, die stark Berndorf-typisch ist, für das Agentenmilieu eher unüblich, aber nicht ohne Reiz. Dass die Lösung recht früh erkennbar wird, mag Spannungsfanatiker enttäuschen, lässt aber dafür mehr Raum zum Überprüfen der Motive.
FOTOS bei der Lesung
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LESUNG
Mein Bericht über eine Lesung des Autors in der Buchhandlung Fischer in Jülich.
Jülich. Nach Lesungen in Köln, Berlin und Kaiserslautern führte der Weg von Michael Preute – besser bekannt unter seinem Pseudonym Jacques Berndorf – nach 1999 zum zweiten Mal nach Jülich. In der Buchhandlung Fischer erwarteten etwa 130 Fans des in erster Linie durch seine „Eifel-Krimis“ bekannten Schriftstellers gespannt die Vorstellung seines neuen Romans „Ein guter Mann“, der auf der Frankfurter Buchmesse große Beachtung gefunden hat.
Als „rasanten und knallharten Thriller“ kündigte Wolfgang Hommel die Story an, die sich im Geheimdienstmilieu im Dunstkreis des BND bewegt. Den Abstecher aus der vertrauten Idylle mit Koi-Teich und Katzen ins Agentenleben von Berlin und Damaskus nannte Berndorf nach über 3600 Seiten Lokalkrimi „seinen Urlaub von der Eifel“. Doch besorgte Siggi Baumeister Fans wurden mit der Ankündigung eines neuen Eifelkrimis im kommenden Jahr schnell beruhigt.
„Ich wollte meinen Karl Müller durch die große Schweinerei seines Lebens jagen“, begann Berndorf die Lesung. Mit sonorer Stimme machte er das Auditorium mit seinem Helden bekannt und führte es mit ausgewählten Passagen in die Handlung ein. Immer wieder flocht er hochinteressante Informationen über den BND ein, die er während der eineinhalbjährigen Recherchearbeit erfahren hat. Wie ein Terrorist sich potentiell nuklear strahlendes Material für eine „dirty bomb“ beschaffen könne, das wollten die Nachrichtendienstler allerdings nicht thematisieren. Fündig wurde der Autor letztendlich im Forschungszentrum Jülich, in dem ein Mitarbeiter mit mehreren akademischen Titeln von der Sache so begeistert war, dass Berndorf diesen Arbeitsschritt als „eine Sternstunde bei den Recherchen“ bezeichnete. „Ich hoffe, Sie werden es mögen“, wünschte sich der Bestsellerautor zum Abschluss des Vortrags für sein Buch. Die überwiegend positiven Reaktionen aus dem Publikum dürfen als positive Antwort gewertet werden. In der folgenden Fragerunde zeigte sich Berndorf nicht nur sehr humorvoll, sondern gab auch bereitwillig Auskunft über seine Vorgehensweise beim Schreiben und geplante Veröffentlichungen. So wird BND-Mann Karl Müller in zwei weiteren Romanen knallharte Spionagearbeit verrichten und sich vielleicht ganz nebenbei erneut verlieben. (jago)
copyright: Günter Jagodzinska / Jülicher Nachrichten / Jülicher Zeitung







